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Die Felis Lybica |
Die Felis Lybica ist genau genommen eine Unterart der Felis Silvestris (Wild-Waldkatze). Katzen gibt es schon seit ungefähr 30 Millionen Jahren. Wann sich die Waldkatze genau entwickelt hat weiss man nicht ganz sicher. Wahrscheinlich hat die geographische Trennung Afrikas von Eurasien und die klimatische Verschiedenheit dieser Regionen auch die Trennung der verschiedenen Felis Silvestris-Typen bewirkt. Man nimmt an, das die Kleinkatzen ursprünglich in ganz Eurasien lebten, in der Eiszeit nach südlicheren Gefilden "auswanderten" dann aber nach dem Abschmelzen der Gletscher wieder zurückkehrten. Aus dieser Zeit stammt auch wahrscheinlich das dichte Fell der "Silvestris".
Heute bietet sich uns jedenfalls folgende Situation:
![]() Eine Felis Silvestris |
Im Norden lebt die größere, stämmigere Waldkatze. Sie trägt einen dichten Pelz, hat einen kurzen Schwanz. Selbst in Gebieten, in denen sie heute noch existiert bekommt man sie kaum einmal zu Gesicht, sie ist ein echter Kulturflüchter. Sie ist ausgesprochen groß, vermag selbst Kaninchen zu erbeuten, obwohl das wohl eher die Ausnahme ist. Anders ist die Felis Lybica die es in vielen Unterarten gibt. Sie Alle sind als Ursprungs-formen unserer Hauskatzen anzusehen. Die Lybica ist schlanker als die Wald-Wildkatze, hat ein kürzeres Fell und einen deutlich längeren Schwanz. Beide Formen haben die 3 charakteristischen schwarzen Schwanzringe, sowie die schwarzen Fußballen und ziegelroten Nasenspiegel. |
| Die Felis Lybica hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet. Es reicht von Nordafrika bis
in den nahen Osten, und unter Aussparung der großen Sandwüsten oder der Regenwälder, über fast ganz Afrika. Aus Ausgrabungen und von Darstellungen in der Altägyptischen Kunst wissen wir das die Wildkatze schon viele Jahrtausend neben und mit den Menschen lebt, man nimmt an das die Katze zum Menschen kam, sie hat sich sozusagen selbst domestiziert. Genau wissen wir das nicht. |
![]() Eine Felis Lybica |
Betrachtet man eine ägyptische Hauskatze von heute, erkennt man sofort wer ihre Vorfahren waren. Sie haben den gleichen langen Körper und Schwanz, sie haben die hohen Beine und den Raubtiergang. Ein Vergleich der beiden Bilder unten zeigt uns das deutlich.
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So wie die Domestikation der Wildkatze ein "Sonderfall" war, so ist es ihr weiteres Schicksal - ihr Aussterben. Denn das sie nicht nur vom Aussterben bedroht, sondern es unaufhaltsam ist wissen alle, die sich mit diesen einzigartigen Tieren befassen.
Die Felis Lybica hat weder Stoßzähne noch ein Fell das die menschlichen Jäger und Räuber zu morden treibt. Sie hätte als eher kleines Raubtier auch noch genug Raum und Beute in ihrem Habitat. Ihr Feind ist auch nicht der Mensch, sondern ihre eigenen domestizierten Artgenossen, die Hauskatzen. Das scheint erstaunlich, da es doch ihre "Enkel" sind. Wer wie ich in einem südlichen Land gelebt hat, konnte dort beobachten, dass Hauskatzen in günstigem Klima sich rasch vermehren und auch außerhalb menschlicher Ansiedlung ihre tägliche Maus, Heuschrecke, notfalls auch Schlange finden.
Genau das, was diese verwilderten Hauskatzen jagen, ist auch die Beute der Felis Lybica. Da es Beute nicht unbegrenzt gibt, müssen die Wilden und die Verwilderten notgedrungen teilen.
Wildkatzen haben nie mehr Jungtiere als ihre Umgebung ernähren kann. Sie werden normalerweise 2 mal im Jahr trächtig und haben eher kleine Würfe von 2 - 3 Kitten. Die Hauskatze hingegen ist hemmungslos fruchtbar. Natürlich überleben nicht alle ihre Jungen. Dazu ist ihr Leben zu karg und hart, aber erst einmal werden sie geboren und von ihren Müttern versorgt, brauchen von der knappen Nahrung die die Umwelt bietet, ihren Teil.
Noch Wesentlicher ist wahrscheinlich der Unterschied im Paarugsverhalten von den Wilden und den Halbwilden. Die weibliche Hauskatze ruft lauter nach dem Kater als die Lybica. Der Wildkater hört sie zuerst und wird sie decken. Was dann zur Welt kommt sind Hybriden. Natürlich verpaart sich der "halbwilde" Kater auch mit der Lybica - Katze, da die genetischen Unterschiede minimal sind geht das auch mühelos.
Es ist schon abzusehen, dass irgendwann die Felis Lybica ein Tier im Wildgehege oder Zoo sein wird, anstatt in der freien Natur. Eine äußerst traurige Aussicht. Ich selbst habe in meinen Jahren in Israel versucht unter den Zoologen Mitkämpfer für ein Rettungs - Projekt der Felis Lybica zu gewinnen, vergebens muss ich mit Bedauern zugeben.
Damals entstand dann eine andere Idee.....
Das ist nachzulesen in Schwierigkeiten.

Grabmalerei einer Lybica, 1900 Jahre vor der Zeit.Was dann übrig bleibt ist eine mit Hauskatzen hybridisierte Wildkatzen - Population und zugleich eine mit Felis Lybica hybridisierte Hauskatzen - Population. Wer diesen Prozess, der sicher schon seit urdenklichen Zeiten begonnen hat aufhalten wollte, müßte in einem begrenzten Gebiet die Wildkatze durch Kastration aller Hauskatzen schützen. Die Menschheit tut sich schwer die Mittel für die Rettung großer und spektakulärer Wildtiere aufzubringen, wieviel schwerer täte sie sich für so eine bescheidene Wildkatze!